NSG Jens-See

Hallo, liebe Freunde,

das Wetter ist immer noch traumhaft schön, auch der tagelange eklig-kalte Ostwind hat nachgelassen. Zwar wurde Regen gemeldet, der fällt aber hier in der Prignitz wahrscheinlich nicht. Trotz des langen feuchtkalten Winters ist die Erde schon wieder ganz ausgetrocknet, Rhabarber und neu angepflanzte Sträucher müssen täglich gegossen werden, wir haben auch schon Waldbrandstufe IV (Betreten der Wälder verboten).

Stulle und Hannah waren ein paar Tage bei mir, die kleine Prinzessin hat uns beiden ganz schön auf Trab gehalten. Die Hauptaufsicht hatte ich, Stulle hatte sich einige Arbeiten vorgenommen und auch durchgeführt. Unter anderem hat er den Teich in der Schafwiese auf drei Seiten eingezäunt, so dass die Schafe zwar noch trinken, aber nicht rundherum alles kahl fressen können; der Teich trägt jetzt die Bezeichnung „NSG Jens-See” – das hat doch was!

Der Garten ist ein Traum, ein einziges Blütenmeer. Wenn man durch die blühenden Bäume hindurch in den blauen Himmel schaut, ist das einzigartig schön.

Als die beiden zurück nach Berlin gefahren sind, habe ich mich wieder ziemlich allein gefühlt – die Umstellung ist immer schwierig, aber da muss ich durch. Ich habe im Moment auch genug Ablenkung durch meine Hobbies – meine Tiere -. Ein Lämmchen ist sehr krank, so dass ich jeden Tag damit zum Tierarzt fahre, auf die Rechnung bin ich mal gespannt. Es ist bestimmt filmreif, wie ich mit dem Lämmchen in einem Umzugskarton in der Tierarztpraxis auftauche, das Interesse ist immer ganz auf meiner Seite („Was haben Sie denn da in Ihrem Karton?”).

Mein neuer Ganter Kurt ist ein ganz verrückter Kerl. Er nimmt seine Beschützer- und Aufpasserrolle sehr ernst. Jeden Morgen, wenn er und Clara aus dem Stall über den Hof ins Gehege gehen sollten und abends zurück, gab es Krach mit Hündin Stella. Sie hat sich schon zurückgehalten, aber Kurt musste immer hinter ihr her, um sie zu zwicken, bis sie dann ihre 40 auf seine 4 kg geschmissen und ihn auf dem Boden gedrückt hat. Kaum war er wieder hoch, ging er schon wieder auf sie los. Jetzt lasse ich die beiden Gänse Tag und Nacht draußen, ich hoffe, dass auch ein Fuchs keine Chance gegen Kurti hat. Wenn der Ganter auf dem Hof wäre, würde keiner durchs Tor kommen!

Lasst es Euch in diesem schönen Frühling gut gehen!

Eure Renate

P.S. Das kleine Lämmchen ist nun doch eingegangen; es war herzzerreißend, zuzusehen, wie das Muttertier stundenlang neben dem sterbenden Kind stand. Ich weiß wirklich nicht, warum ich immer so ein Pech mit meinen Tieren habe; dies war jetzt der letzte Versuch, ich werde meine Schafe nicht mehr decken lassen. Ein traurig machendes Hobby habe ich mir da ausgesucht.

Ich hoffe, dass es bei Euch keine Kümmernisse gibt! Ciao

 

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