Hallo Freunde!
Heute komme ich euch mit einer ernsten Sache: ich bin Mitglied der Bürgerinitiative „Hochspannung tief legen”. Dazu muss ich euch erst einiges über die Prignitz berichten:
Die Landschaft ist dünn besiedelt, flach oder leicht hügelig mit weiten Feldern, Wäldchen und kleinen Dörfern. Es ist ein landwirtschaftlich geprägtes Land; nach der Wiedervereinigung hat ein starker Wandel eingesetzt. Viele junge Leute sind der Arbeit nachgefolgt, die älteren blieben zurück und gleichzeitig sind viele Menschen aus der Unruhe der Städte hierher gezogen – so wie wir -. Viele von den Zugezogenen beteiligen sich rege am dörflichen Leben.
Es gibt zahlreiche Windräder in dieser Gegend, die aufgrund des flachen Landes weithin sichtbar sind. Der damit erzeugte Strom wird hier gar nicht ganz verbraucht, sondern größtenteils weitergeleitet. Gottlob ist Gumtow als „windarmes Gebiet” ausgewiesen, so dass es hier kein Windrad gibt. Nun will der für diese Gegend zuständige Energieversorger eine 110-kV-Hochspannungsleitung 60 km lang durch unsere schöne Landschaft verlegen, um den Strom der Windräder weiter transportieren zu können.
Die Bürgerinitiative richtet sich nicht grundsätzlich gegen die Hochspannungsleitung (obwohl der Nachweis fehlt, dass sie überhaupt benötigt wird), sondern wir kämpfen dafür, dass sie als Erdkabel verlegt wird. Das soll angeblich teurer sein, ist aber unserer Meinung nach nur mit äußerst geringen Kosten für die Endverbraucher verbunden.
Wir möchten einfach nicht, dass diese Landschaft weiter technisch überfremdet wird. Hochspannungsleitungen können gesundheitliche Auswirkungen auf Mensch und Tier haben und wirken sich zudem noch sehr negativ auf den Wert von Immobilien und Grundstücken aus.
Die Prignitz braucht die Fürsorge ihrer Bewohner, da sie ohnehin schon vernachlässigt wird. Die Devise der brandenburgischen Regierung lautet: „Stärken stärken” – also ohnehin schon prosperierende Gebiete noch mehr fördern – aber was heißt das im Umkehrschluss?
Ich fürchte, ich langweile euch, aber mir ist die Sache wichtig. Morgen, am 11. Februar, findet hier im Gumtow ein sog. „Runder Tisch” statt, zu dem unsere Bürgerinitiative Minister, Landräte, Bürgermeister, Verbände usw. eingeladen hat. Wir möchten auf unser Anliegen aufmerksam machen und erreichen, dass Hochspannungsleitungen bis 150 kV grundsätzlich per Gesetz erdverkabelt werden.
Drückt uns die Daumen, dass wir Gehör finden! Eure Renate