Wintermelancholie

Hallo Freunde!

Schon seit einiger Zeit habe ich abends und nachts die Wildgänse ziehen hören, gestern flogen Kraniche übers Haus. Nun kündigt er sich doch endlich an, der Frühling. Dieser Winter hatte viele Facetten, war strenger als in den letzten beiden Jahren, allerdings nicht so streng wie früher manchmal, dafür aber lang. Es gab Tage mit hellem Sonnenschein, der Schnee und der Raureif auf Bäumen und Sträuchern glitzerten, dass man eine Sonnenbrille hätte gebrauchen können. Nachts war der Sternenhimmel so klar und nah und ich hatte das Gefühl, dass die Sterne in der Kälte der Nacht umso heller strahlen.

Aber es gab auch viele trübe Tage; wenn man einen Hund hat, muss man hinaus und das ist auch gut so. Wind und Wetter vertreiben schwermütige Gedanken und Regen ist gut für die Haut…. Aber nach der Rückkehr ist einem dann doch nach einem Kaffee oder Tee und der Wärme des Kachelofens zumute… und nach einem guten Buch. Zum Geburtstag habe ich mehrere Bücher bekommen, ich werde mich demnächst daran machen, sie nach und nach zu lesen.

Wenn ich die Wildgänse jetzt höre, muss ich daran denken, dass ich bei den Treffen unserer Bürgerinitiative gelernt habe, dass unglaublich viele große Vögel an den Hochspannungsleitungen verenden, viel mehr als man sich vorstellen kann. Ganz schlimm sollen auch die Windräder sein, die Vögel können die sich drehenden Flügel nicht einschätzen.

Bei allen Dingen, von denen der Mensch glaubt, dass sie für ihn von Vorteil seien, gibt es ein Fülle von negativen Folgen.

Ihr merkt sicher schon, dass ich heute nicht so gut drauf bin, ich hör´lieber auf, bevor ich euch anstecke.

Lasst es euch gut gehen! Eure Renate

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Erfolgserlebnis in Gumtow

Hallo, meine Lieben!

Der „Runde Tisch” unserer Bürgerinitiative war ein toller Erfolg!

Die geladenen Mandatsträger waren fast vollständig erschienen – „eine so hochkarätige Veranstaltung hat in Gumtow noch nie stattgefunden” – erklärte unser Bürgermeister stolz; auch zahlreiche interessierte Zuhörer waren gekommen. Nachdem der Sprecher unserer BI (Kürzel für Bürgerinitiative) unser Anliegen vorgetragen und begründet hatte, begann eine zugleich sachliche und sehr einvernehmliche Diskussion, die mit der Abfassung einer Resolution an den Deutschen Bundestag endete, des Inhalts, dass in Zukunft grundsätzlich zumindest alle Freileitungen bis zu 150 kV erdverkabelt werden sollen.

Das Schöne war die entspannte und fast lockere Atmosphäre und dass alle Anwesenden das Anliegen befürworteten, ohne dass überhaupt noch Überzeugungsarbeit geleistet werden musste… und ich bin ein bisschen stolz darauf, dass es auch ein wenig mir zu verdanken ist, dass diese tolle Sache in Gumtow stattgefunden hat, in meinem kleinen Dorf…

Jetzt mal Spaß beiseite!  Ich werde mich mindestens eine Woche lang nicht melden, weil am Wochenende und während der nächsten Woche die Feierlichkeiten zu meinem Geburtstag stattfinden. Wer so viele Jahre auf dem Buckel hat wie ich, der muss auch mehrere Tage lang feiern. Ich erzähle euch dann, was ich alles veranstaltet habe.

Ich geh´jetzt schlafen; ich wünsche euch den Frieden der Nacht. Eure Renate

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Bürgerinitiative

Hallo Freunde!

Heute komme ich euch mit einer ernsten Sache: ich bin Mitglied der Bürgerinitiative „Hochspannung tief legen”. Dazu muss ich euch erst einiges über die Prignitz berichten:

Die Landschaft ist dünn besiedelt, flach oder leicht hügelig mit weiten Feldern, Wäldchen und kleinen Dörfern. Es ist ein landwirtschaftlich geprägtes Land; nach der Wiedervereinigung hat ein starker Wandel eingesetzt. Viele junge Leute sind der Arbeit nachgefolgt, die älteren blieben zurück und gleichzeitig sind viele Menschen aus der Unruhe der Städte hierher gezogen – so wie wir -. Viele von den Zugezogenen beteiligen sich rege am dörflichen Leben.

Es gibt zahlreiche Windräder in dieser Gegend, die aufgrund des flachen Landes weithin sichtbar sind. Der damit erzeugte Strom wird hier gar nicht ganz verbraucht, sondern größtenteils weitergeleitet.  Gottlob ist Gumtow als „windarmes Gebiet” ausgewiesen, so dass es hier kein Windrad gibt. Nun will der für diese Gegend zuständige Energieversorger eine 110-kV-Hochspannungsleitung 60 km lang durch unsere schöne Landschaft verlegen, um den Strom der Windräder weiter transportieren zu können.

Die Bürgerinitiative richtet sich nicht grundsätzlich gegen die Hochspannungsleitung (obwohl der Nachweis fehlt, dass sie überhaupt benötigt wird), sondern wir kämpfen dafür, dass sie als Erdkabel verlegt wird. Das soll angeblich teurer sein, ist aber unserer Meinung nach nur mit äußerst geringen Kosten für die Endverbraucher verbunden.

Wir möchten einfach nicht, dass diese Landschaft weiter technisch überfremdet wird. Hochspannungsleitungen können gesundheitliche Auswirkungen auf Mensch und Tier haben und wirken sich zudem noch sehr negativ auf den Wert von Immobilien und Grundstücken aus.

Die Prignitz braucht die Fürsorge ihrer Bewohner, da sie ohnehin schon vernachlässigt wird. Die Devise der brandenburgischen Regierung lautet: „Stärken stärken” – also ohnehin schon prosperierende Gebiete noch mehr fördern – aber was heißt das im Umkehrschluss?

Ich fürchte, ich langweile euch, aber mir ist die Sache wichtig. Morgen, am 11. Februar,  findet hier im Gumtow ein sog. „Runder Tisch” statt, zu dem unsere Bürgerinitiative Minister, Landräte, Bürgermeister, Verbände usw. eingeladen hat. Wir möchten auf unser Anliegen aufmerksam machen und erreichen, dass Hochspannungsleitungen bis 150 kV grundsätzlich per Gesetz erdverkabelt werden.

Drückt uns die Daumen, dass wir Gehör finden! Eure Renate

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